Lockwood & Co [NETFLIX REVIEW]
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Lockwood & Co [NETFLIX REVIEW]

Eine kreischende Wendeltreppe, Geister und silber-Degen schwingende Geisterjäger*innen: das ist Lockwood & Co. Die Buchreihe von Jonathan Stroud (dem Autor von Bartimaeus) hat mich schon als Jugendlichen begleitet und begeistert.

Die unabhängige Produktionsfirma Complete Fiction Pictures, brachte die Fantasy-Buchreihe nun zu Netflix, wo sie seit dem 27. Januar 2023 die Liste der Spitzentitel anführt.

Lockwood (links) und Lucy – Copyright: Complete Fiction Pictures / Netflix

Die Handlung

Genau wie die Buchreihe, folgt die Serie maßgeblich dem Leben der jungen Lucy Carlyle. Großbritannien wurde in einer alternativen Vergangenheit von einer Geister-Plage eingeholt. Nur Kinder haben die notwendigen Fähigkeiten, die Geister aufzuspüren und müssen deshalb schon früh für eine der vielen Geisterjäger-Agenturen arbeiten.

Um ihre traumatische Vergangenheit hinter sich zu lassen, flüchtet Lucy vor ihrer Mutter nach London – und wird dort unverhofft in die einzige von Kindern geleitete Agentur aufgenommen: Lockwood & Co. Diese ist nicht nur höchst ungewöhnlich, sondern hat auch noch einen extrem schlechten Ruf. Gemeinsam mit Lockwood und ihrem Kollegen George löst Lucy schaurige Fälle – und stößt plötzlich in ein Wespennest an Verschwörungen, das sie besser unberührt gelassen hätte. Das England ihrer Generation ist kein freundlicher Ort für Kinder…

Der wispernde Schädel – Copyright: Complete Fiction Pictures / Netflix

Neues Buch-Adaptions-Highlight?

Beinahe neblig wirkt der permanente Film, der über der Geschichte liegt. Die Bilder sind düster, die CGI-Geister gruselig, aber noch Zielgruppengerecht. Die Serie verlässt sich auf den Grusel-Faktor, möchte es aber nicht übertreiben und eine junge Zielgruppe abschrecken – alles andere hätte auch kaum zur Buchvorlage gepasst. Genau wie die Bücher, gelingt es der Serie einen einzigartigen Stil zu etablieren: angefangen bei den Kostümen der Degen-schwingenden Agenten, die direkt neben modernen Autos und Beton-Gebäuden stehen, bis hin zum permanenten Konkurrenzkampf zwischen den Agenturen, der in dieser alternativen Realität an der Tagesordnung ist.

Der Soundtrack passt perfekt zur Stimmung: düster, etwas goth-mäßige Sounds und eingebauter Post-Punk fügen sich in den Paranormalen Flair der Serie ein. Die Verwendung vieler schmutziger Grün- und Gelbtöne geben ihr auch Visuell den richtigen Ton – ich muss sagen, nach Enttäuschungen wie Die Ringe der Macht war eine so gelungene Buch-Adaption eine wahre Wohltat.

Copyright: Complete Fiction Pictures / Netflix

Die Reihenfolge der Buchreihe Lockwood & Co

Der erste Band „Die Seufzende Wendeltreppe“ erschien erstmals 2013 in Deutschland. Danach folgten „Der Wispernde Schädel“, „Die Raunende Maske“ und „Das Flammende Phantom“. Das bisherige Ende erreichte die Buchreihe mit dem 5. Band „Das Grauenvolle Grab“. Die Netflix-Serie folgt der Handlung recht locker, die ersten beiden Bände dienten maßgeblich als Vorlage der ersten Staffel.

Trotzdem gelingt es der Serie gut, die Atmosphäre und die einzelnen Charaktere der Buchvorlage darzustellen, allen voran Lucy, Lockwood und George.

Lockwood und Lucy – Copyright: Complete Fiction Pictures / Netflix

Unverbesserliche Charaktere

Solche Charaktere sind wohl Strouds Spezialität: unangenehm vom Erfolgswillen Getriebene, die düstere Vergangenheiten haben. Schon bei Bartimaeus gab es Nathanael, in Lockwood & Co ist es Lockwood, dessen Arroganz meist an BBCs Sherlock erinnert (aber leider ist er weit weniger genial). Trotzdem macht er eine willkommene Entwicklung durch.

Lucys Charakter ist wirklich sehr passend besetzt und sehr sympathisch dargestellt von Ruby Stokes – am meisten gefällt mir aber Ali Hadji-Heshmati als George: häufig mit einem Buch in der Hand und sehr eigenwillig.

Damit kann die Serie (schon dank Strouds Vorlage) ganz natürlich auftrumpfen: die Charaktere sind unglaublich unterschiedlich, interessant und gegensätzlich, gemeinsam entwickeln sie dann aber eine einzigartige Dynamik, die richtig Spaß macht und in der Serie schon am Ende der ersten Folge überzeugen kann.

George in Lockwood & Co – Copyright: Complete Fiction Pictures / Netflix

Eine runde, gelungene Adaption

Lockwood & Co ist eine gelungene Adaption: vielschichtige Charaktere, ein umsichtiger Umgang mit Horror-Elementen und ein rundum überzeugender Plot. Das Ende der ersten Staffel ist natürlich – wie so oft – bewusst offen und macht Lust auf mehr.

Wie wohl die – hoffentlich bald folgende – zweite Staffel wird? Ich bin voller optimistischer Spannung.

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Kommentare

2 Antworten zu „Lockwood & Co [NETFLIX REVIEW]“

  1. Avatar von Aleshanee
    Aleshanee

    Hi Jasper!

    Deinen Beitrag hab ich heute gerne wieder in meiner Stöberrunde verlinkt 🙂

    Liebste Grüße, Aleshanee

  2. Avatar von Aleshanee
    Aleshanee

    Schönen guten Morgen!

    Freut mich dass dir die erste Staffel so gut gefallen hat! Ich hab damals nur den ersten Band gelesen, den ich zwar gut fand, mich aber nicht genug fesseln konnte, um die Reihe weiterzulesen.
    Auf die Serie war ich trotzdem gespannt, da ich gehofft hatte, dass sie mich mehr in den Bann ziehen kann.
    Die ersten beiden Folgen fand ich dann auch richtig gut, aber dann hat es für mich leider nachgelassen. Es gab zu viele Situationen, die mich etwas genervt haben: z. B. wenn einfach nicht reagiert wurde, obwohl laut und offensichtlich Hilfe eingefordert wurde.
    Von der Aufmachung her und optisch fand ich es toll gemacht, die Musik allerdings hat mir oft nicht so recht zu den Szenen gepasst… aber so unterschiedlich kann es wahrgenommen werden.

    Liebste Grüße, Aleshanee

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