Das Erbe des Zauberers: Ein Scheibenwelt-Roman | Rezension

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Eine Frau als Zauberin? Das können sich viele in der Scheibenwelt nicht vorstellen. Und doch wird die junge Eskarina durch Zufall zur Erbin eines verstorbenen Magiers. Und sie scheint alles zu haben, was es braucht, um mächtige Magie zu wirken. Wären da nicht die veralteten Geschlechterrollen der Scheibenwelt…

Er gehörte zu den wohl prägendsten Autor*innen kurioser Fantasy überhaupt: Terry Pratchetts Scheibenwelt-Romane sind aus dem Fantasy-Genre nicht wegzudenken. Die Reihe wurde nun vom Piper-Verlag in einer neuen überarbeiteten Fassung veröffentlicht.

Zaubern ist für Männer (oder nicht?)

In seinem Roman “Das Erbe des Zauberers” wird die Scheibenwelt gehörig auf den Kopf gestellt, als durch ein Versehen die junge Eskarina zur Erbin eines Zauberers ernannt wird. Obwohl Zaubern doch eine vollkommen männliche Tätigkeit ist! Frauen können höchstens Hexen werden. Und das ist etwas völlig anderes. Doch da Eskarina eindeutig Zauberkräfte hat, wird die Scheibenwelt in ihren patriarchalen Grundfesten erschüttert.

Dass in Terry Pratchetts Romanen längst nicht alles ernst genommen werden sollte, merkt man schon an der Beschaffenheit der Welt: Die Scheibenwelt ist eine Scheibe (wie der Name schon sagt), die von vier riesigen Elefanten getragen wird, die wiederum auf dem Rücken einer Schildkröte stehen, die gelassen durch das Weltall schwebt. An Absurditäten mangelt es also keineswegs. Trotzdem ist es besonders der wahre, treffende Kern der Geschichte: die kaum verholene Geselllschaftskritik, die “Das Erbe des Zauberers” zu einem wirklichen Fundstück machen.

Treffend und pointiert

Ob man die anderen Bände der Scheibenwelt gelesen hat oder nicht, ist für den Roman völlig egal. Durch Pratchetts pointierten Erzählungsstil kommt das Wesentliche schnell rüber. Moralpredigten zu halten scheint Pratchett dabei völlig fremd, er spielt vielmehr mit dem Absurden und Übertriebenen, um uns unsere eigenen Vorurteile und Denkweisen vor Augen zu führen. Die Scheibenwelt mag fantastisch sein – die Menschen die dort leben sind sehr real. Und so witzig, so prägnant dieser Roman geschrieben ist, so schnell ist er auch schon vorbei.

Zum Glück gibt es ja noch mehr…

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