Rezension: Die Stadt des Affengottes

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Die Legende besagt, dass im tiefsten Urwald von Honduras, der Mosquitia, einem der letzten Flecken der Erde, der in den letzten Jahrzehnten von keinem Wissenschaftler betreten wurde und von dem es keine Aufzeichnungen gibt, die Ruinen einer legendären Stadt liegen. Der „Weißen Stadt“, der Legende nach auch „Die Stadt des Affengottes“ genannt. Nach zwanzig Jahren Vorbereitung machte sich 2015 ein Forscherteam angeführt von Christopher Fisher auf den Weg, die Stadt zu finden. Begleitet wurden sie von einem Kamerateam und einem Journalisten: Douglas Preston. Doch als sie sich in den Urwald aufmachen, rechnen sie nicht damit, dass mehr an den Legenden dran ist, als sie geahnt haben – und müssen einen schweren Preis bezahlen.

Douglas Preston ist nicht nur Journalist, sondern auch bekannter Schriftsteller. Er schrieb zum Beispiel die Thriller Reihe „Special Agent Pendergast“, von der ich beim Buchcast berichtet habe. Lustigerweise habe ich das erst bemerkt, nachdem ich das Buch gelesen hatte und vorher war nur durch meinen Kopf gespukt, dass mir der Name doch irgendwie bekannt vorkommt. Die Spannung die der Autor in seinen fiktionalen Büchern wahrscheinlich nutzt, musste er in diesem auf wahren Tatsachen beruhenden Buch nicht einsetzen, denn die Realität ist häufig auch spannend. Da ich generell in Archäologie interessiert bin, jedoch noch nie ein Buch in dieser Richtung gelesen habe, war ich sehr gespannt. Und bin am Ende sehr zufrieden.

Wie Douglas Preston im Nachwort betont, ist das Buch eine reine Nacherzählung und den Inhalt hat er entweder am selben Tag aufgeschrieben, oder er wurde auf Ton festgehalten, sodass jeder Zweifel beseitigt ist, er habe sich etwas ausgedacht – was ich zwischendurch durchaus für wahrscheinlich gehalten habe. Preston erzählt gut: spannend mit einer Prise Humor, nur bei manch einer Verletzung ist er mir ein bisschen zu sehr ins Detail gegangen.

Douglas Preston erzählt das Ganze nicht aus wissenschaftlicher Sicht, da er selbst auch kein Experte ist, sondern er schreibt einen ganz normalen journalistischen Text. Im Text nahtlos eingebunden sind immer wieder Zitate aus Interviews, die er mit den Expeditionsteilnehmern und vielen anderen Wissenschaftlern geführt hat. Dass hinten draufsteht „Besser als Indiana Jones“, finde ich eher irreführend, denn es handelt sich bei Indiana Jones erstens um den Albtraum eines jeden Wissenschaftlers und zweitens kommt in „Die Stadt des Affengottes“ keine Hundegroße Ameise vor. Ich halte das Buch insgesamt für ein lehrreiches Buch, das auch das Thema Klimawandel und die Abholzung nicht auslässt und noch dazu ein scheinbar „trockenes“ wissenschaftliches Thema, in ein Abenteuer verwandelt, das sich so runterlesen lässt. Das hat Douglas Preston gut gemacht!

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