Das Rätsel von London – Rezension

Das Rätsel von London – Rezension

Nur ein halbes Jahr ist seit „Der Meister von London“ vergangen – schon ist Alex Verus wieder da. Im sechsten Band der Urban Fantasy-Reihe von Benedict Jacka geht es um den Wahrsager und Magier Verus mal wieder rund. Tatsächlich ist es diesmal gar nicht selbstverschuldet: denn all seinen Vorurteilen und vergangenen Meinungsverschiedenheiten zum Trotz beschließt er, den Wächtern beizutreten, der Polizei des übernatürlichen Londons. Um den Kampf gegen seinen alten Meister Richard Drakh aufzunehmen, sucht er bei den Wächtern Verbündete.

Sein erster Fall bei den Wächtern führt ihn direkt in ein Gewirr aus Politik und Intrigen, die ihn direkt in die Reihen des Weißmagierrats führen. Nicht nur seine Fähigkeiten sind gefragt – auch seine Freundschaften werden unmittelbar auf die Probe gestellt.

Die Schwächen sind Vergangenheit

Wer die Reihe noch nicht kennt, für den habe ich in diesem Artikel einige wichtige Informationen zusammengefasst. Benedict Jacka wurde 1980 in London geboren und ist britischer Schriftsteller. Im Original erscheint dieses Jahr der 12. Band der Verus-Reihe – in der deutschen Übersetzung erschien kürzlich der sechste Band, „Das Rätsel von London“.

Von den ersten Seiten an war zu spüren, dass dieser Band eine ganz andere Dynamik hat, als noch der vorangegangene. Der fünfte Band hat in meiner Erinnerung einen durchwachsenen Eindruck hinterlassen: der Protagonist zögerte zu lange mit seinen Entscheidungen, viel von dem Humor war einem düsteren, manchmal anstrengenden Szenario gewichen. Im sechsten Band ist davon nichts mehr zu spüren: Alex Verus hat seine Entscheidung gefällt und ist zu den Wächtern gegangen.

Wie die Last dieser Entscheidung von Verus Schultern fällt, so fällt diese Last auch vom ganzen Buch: das Rätsel von London ist erfrischend und schnell, geschrieben wie ein Krimi und streckenweise fragt man sich, ob man sich eventuell in einem Actionthriller à la „Des Teufels Vollstrecker“ verirrt hat.

Neue Charaktere

Auch die neuen Charaktere, die Benedict Jacka in diesem Band einführte, brachten die Dynamik zurück in die Geschichte. Variams Meister ist einer dieser Charaktere, die wir im neuen Band endlich näher kennenlernen durften und der endlich eine neue Facette zwischen den altbekannten Charakteren darstellte.

Dieses Altbekannte ist das größte Problem, dem sich Benedict Jacka stellt und in den vielen folgenden Bänden noch stellen muss. Wie bei jeder Reihe muss Benedict Jacka auch hier darauf achten, dass er nicht das selbe Rezept zu oft wiederholt – Verus und seine Schützlinge sind sehr gegensätzliche und interessante Charaktere, doch wie in den Bänden davor versäumte Jacka auch in diesem Band viele Gelegenheiten, ihnen noch etwas hinzuzufügen und sie für die Lesenden wieder interessant zu machen. Dass er dafür die Politik der Weißmagier näher beleuchtete, ist dagegen ein schwacher Trost.

Insgesamt ist „Das Rätsel von London“ einer der stärkeren Bände der Reihe; der neue Elemente einführt, noch dazu die alte Spannung beibehält und all das in sich vereint, was ich an der Reihe so liebe: die Mischung aus Fantasy und Agententhriller, die die Alex Verus-Reihe einzigartig macht.

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