Rezension: Die Meisterin – Spiegel & Schatten

Rezension: Die Meisterin – Spiegel & Schatten

Die Meisterin kehrt zurück im zweiten Band „Spiegel & Schatten“! Eine Wicca wird in der Nähe ihres Hotels in Leipzig auf brutale Weise ermordet. Es stellt sich heraus: sie war auf dem Weg zu der Meisterin, Geneve Cornelius. Irgendwie scheint es mit einer antiken Spiegel-Scherbe zusammen, die die Hexe Geneve zeigen wollte. Geneve wendet sich sofort an Alessandro Bugatti und versucht zusammen mit dem Vatikan-Polizisten, den Mord aufzuklären. Dabei ahnt sie jedoch nicht, dass sie es mit schier unüberwindbaren Feinden zu tun haben – und plötzlich kommen Geneve selbst an Alessandros Aufrichtigkeit Zweifel.

Der zweite „Meisterin“-Teil beginnt erneut fulminant und actiongeladen – dennoch konnte mich die Fortsetzung von Markus Heitz neuem Projekt nicht so überzeugen, wie es der erste Teil geschafft hat.

Erzählt wird die Geschichte wieder von einer Toten – der Mutter von Geneve. Mit gewohnt trockenem Humor und angenehm lockerem Erzählstil präsentiert sie Anekdoten aus der Geschichte der Henkerdynastien Europas. Sie leitet die Geschichte zwischen den Kapiteln immer wieder geschickt über, wenn es einen Zeitsprung gibt. Die Meisterin 2 spielt nämlich – genau, wie der erste Teil – nicht nur zur „jetzigen“ Zeit, sondern zum Teil auch im Mittelalter. Im Mittelalter geht es um die junge Geneve, die durch einen geheimen Trank unsterblich ist. Die Geschichten aus dem Mittelalter und die aus der Jetztzeit wurden immer enger verwoben, bis ein klarer Zusammenhang erkennbar ist.

Wieder präsent war natürlich der italienische Kommissar Alessandro Bugatti der, ebenso wie Geneve, der Nachfahre einer großen Henkerdynastie ist. Der kleine romantische Hauch, der mit ihm in die Geschichte kommt, lockert sie angenehm auf und hat das Buch für mich zu einer angenehmen Lektüre gemacht. Auch ein paar andere bekannte und natürlich viele neue Figuren tauchen auf, die eine beinahe witzige Mischung abgaben. Bestattungsinstitut, Mafia und irgendwas mit Hexen und Fabelwesen? So etwas habe ich bisher nur bei Markus Heitz gelesen.

Dabei litt jedoch manchmal ein wenig der Spannungsbogen: zum Ende des Buchs spürte ich eine kleine Erschöpfungsphase, in der mir die Handlung zu lange auf der Stelle trat, bevor sie ins Finale überging. Besonders die Kapitel aus der Vergangenheit hätte ich manchmal zu gern übersprungen – obwohl das natürlich nicht infrage kam. Das Finale dagegen hat mich dann wieder zufriedengestellt.

Das Buch liefert viele neue bisher unbekannte Aspekte für die „Anderswelt“ von Markus Heitz, neue Geschichten aus der Vergangenheit und hat eine schön romantische Nebengeschichte, die für mich eine angenehme Abwechslung war. Der Anfang war actiongeladen und es kamen immer wieder Szenen, die eher in einen Agenten-Thriller gepasst hätten – was ich zwar für eine Fantasy-Geschichte ungewohnt, aber erfrischend abwechslungsreich fand.

Auch wenn mir die Geschichte zum Ende hin nicht schnell genug vorankam, war „Die Meisterin – Spiegel & Schatten“ doch ein würdiger Nachfolger des vorangegangenen Buchs. Ich bin schon gespannt auf den nächsten Teil mit dem Titel „Alte Feinde“, zu dem es am Ende des Buchs einen kleinen Teaser gab.

Jasper

Jasper ist Schüler und leidenschaftlicher Leser und Schreiber. Er bloggt als "Jaspers Buchblog" und ist einer von drei Sprechern des "Mühlenhof-Podcast". Als Autor schreibt er in den Genres Fantasy, Thriller und Krimi.

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1 Comment

  1. Hallo Jasper,

    ich mir dieses Werk und die Vorgängerin per Hörspiel zu Gemüte geführt.
    Mir persönlich hat dieser zweite Teil besser gefallen, als der Erste. Auch einfach schon, weil hier die „Kinder des Judas“ vorkommen, über die Heitz bereits mehrere Bücher geschrieben hat.

    Die Anekdoten, welche Geneves tote Mutter erzählt fand ich super interessant und ich glaube, hier steckt auch richtig viel Recherche dahinter, was die Henker von damals betrifft. Ich habe so ein Gefühl, was ich mir selbst noch ergooglen will, dass hier sehr viel wahre Geschichte mit einfließt. 😉

    Liebe Grüße,
    RoXXie

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