Rezension: Die Zwerge

Rezension: Die Zwerge

Das Geborgene Land droht von Orks, Trollen und Ogern überrollt zu werden. Die fünf Clans der Zwerge, die die fünf Zugänge zum Geborgenen Land beschützen, stehen kurz vor dem Fall. Unter Menschen und Elben beginnt ein offener Streit auszubrechen und die grausamen Albae scheuen keine List für ihren Vernichtungskrieg gegen die Elben. Die Magi und Magae haben alle Hände voll zu tun, um das Geborgene Land beisammenzuhalten, kurz: der Zwerg Tungdil Bolofar ist nicht der einzige, der Probleme hat. Denn obwohl er nichts über seine Herkunft weiß und nie unter den Zwergen gelebt hat, wird er in den Streit um das Erbe des Zwergenthrons gezogen.

Es war für mich höchste Zeit, diesen High-Fantasy-Klassiker von Markus Heitz zu lesen. Noch bevor ich mit dem Lesen begann, hörte ich mehr durch Zufall ein Interview mit Markus Heitz im Buch-Klub-Podcast. Dieses Interview hat mich in der Meinung bestärkt, dass er nicht nur ein guter Autor ist, sondern auch eine ordentliche Portion Humor hat. Diesen Humor ließ er seine Leser auch in „Die Zwerge“ spüren.

Die Zwerge-Reihe ist die erfolgreichste Buchreihe von Markus Heitz und wurde unter anderem auf Englisch übersetzt. Sie ist auch als Hörbuch, Graphic Novel, Live-Show und sogar als Videospiel umgesetzt worden. In seinem ersten Band lieferte Markus Heitz auch genug Stoff: eine düstere aber detaillierte Welt und wirklich sehr abwechsungsreiche Charaktere. In seltenen Fällen hätte Heitz aus der Handlung noch mehr herausholen können – wenn zum Beispiel ein Kampf sehr frühzeitig endete, obwohl es noch mehr hin-und-her hätte geben können – aber vielleicht gehört das auch nicht zu Markus Heitzs Stil.

Markus Heitz brachte mich immer wieder mit seinen running-Gags zum Lachen und auch viele der brutaleren Szenen wurden durch den Humor der Zwerge etwas abgeschwächt. Insgesamt fand ich es eine sehr gute Abwechslung, die Zwerge – die in anderen Klassikern nur eine Nebenrolle spielen – einmal im Mittelpunkt zu haben. Tradition, Starrsinn und Mut: alles Werte, die die Zwerge im Geborgenen Land konsequent ausleben und die mich beim Lesen manchmal fast zum Verzweifeln gebracht haben. Markus Heitzs Bücher leben davon, dass man als Leser das Unheil meist schon ahnt und weiß, wann die Charaktere einen fatalen Fehler machen – und unaufhaltsam dem Ende des Geborgenen Landes entgegensteuern. Eins ist aber sicher: so schnell kommt das Ende nicht, denn immerhin erschienen in der Reihe schon fünf Bände, wobei Band fünf nach aktuellem Stand der letzte sein wird.

Die Zwerge stehen zwar im Mittelpunkt stehen zwar im Mittelpunkt und auch der Protagonist namens Tungdil ist ein Zwerg – doch ich habe mich gefragt, warum ausgerechnet er unter den Menschen aufgewachsen ist. Denn damit hat Heitz einen eher menschlichen – statt zwergischen – Charakter gewählt, der erst nach und nach den Starrsinn und die anderen Charakterzüge der „normalen“ Zwerge aufnimmt. Und ich schätze, dass darin auch die Antwort liegt: denn so erleichtert Heitz seinen Lesern ihren Einstieg in seine Welt und nutzt Tungdils Unwissenheit, um auch dem Leser eine große Menge von zwergischem Wissen beizubringen.

Insgesamt hat „Die Zwerge“ alles gehalten, was es versprach – und noch viel mehr. Jetzt bin ich vollkommen in der Reihe drin und kann schon verraten, dass mir auch der zweite Band sehr gut gefallen hat – und ich mich hoffentlich bald mit dem dritten Band zurück ins Geborgene Land begeben werde…

Jasper

Jasper ist Schüler und leidenschaftlicher Leser und Schreiber. Er bloggt als "Jaspers Buchblog" und ist einer von drei Sprechern des "Mühlenhof-Podcast". Als Autor schreibt er in den Genres Fantasy, Thriller und Krimi.

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