Rezension: Das Erwachen des Feuers

Rezension: Das Erwachen des Feuers

Die Legende des Weißen Drachen ist die letzte Hoffnung des Drachenblut-Syndikats. Das Drachenblut, das einigen auserwählten Menschen übermenschliche Kräfte verleiht, geht zur Neige, die Drachen sind vom Aussterben bedroht. Das Corvantinische Kaiserreich wartet nur auf die Gelegenheit, das Drachenblut-Syndikat auszulöschen. Und der Dieb und Kriminelle Claydon Torcreek wird ausgesandt, um den legendären Drachen zu finden.

In diesem Hörbuch, nach dem gleichnamigen Buch von Anthony Ryan, liest Detlev Bierstedt die gekürzte Geschichte. „Das Erwachen des Feuers“ ist der erste Teil der Draconis-Memoria-Reihe, die in Buchform beim Klett-Cotta-Verlag erschien. Detlev Bierstedt – den ich schon von seinen Sherlock Holmes-Hörbüchern kenne und dessen Stimme ich sehr schätze – konnte mich auch jetzt sehr überzeugen. Er spielte sogar eine Nebenrolle in der Fernsehserie „Babylon Berlin“. Interessanterweise hat dieses Hörbuch gewisse Ähnlichkeiten mit Bierstedts Sherlock Holmes-Reihe, denn es handelt sich nicht einfach um Fantasy – sondern um Steampunk.

Von der Komplexität her hat mich das Hörbuch sehr an die Eragon-Lesungen erinnert: ich habe das Hörbuch über eine längere Zeit hinweg gehört und da die gesamte Geschichte (wie im Genre üblich) sehr technisch ist, war es manchmal schwer den Anschluss zu finden. Mit etwa 21 Stunden Hörzeit, bietet das Buch ordentlich Stoff für lange Zugfahrten. Besonders erklärt der Autor auch das zentrale Mittel der Geschichte: das Drachenblut und seine Verwendung. Ein weiteres, für Steampunk sehr übliches Element, sind die Dampfschiffe. Ein Großteil der Geschichte dreht sich um verschiedene Dampfschiffe und ihre Kapitäne, was ich total interessant fand.

Anthony Ryan schaffte in der Geschichte etwas, was ich manchmal im Fantasy-Genre vermisse: echte und (für mich) unvorhersehbare Plot-Twists. Ryan erschafft Charaktere mit tiefen Abgründen und manch böse Überraschung für den Hörer, die mir sehr gefallen haben. Die Geschichte dreht sich nicht nur um die Hauptperson „Claydon“, sondern auch um einige andere Personen, deren Schicksale sich im Laufe der Geschichte eng miteinander verstricken.

Ein Kritikpunkt bleibt: denn die Geschichte ist recht brutal. Anthony Ryan hat einen manchmal etwas grausigen Stil, Gewaltszenen zu beschreiben und hat meiner Meinung nach manchmal ein bisschen übertrieben. Mit anderen Worten: der Verschleiß an Menschlichen Körperteilen ist sehr groß. Für alle, die in der Richtung eher sensibel sind, sollte dies also eine kleine Warnung sein. Außerdem braucht die Geschichte etwas, bis sie Fahrt aufnimmt – was für mich aber kein Problem darstellt.

Ich bin auf die nächsten Bände gespannt – die es ebenfalls in gelesener Form von Detlev Bierstedt gibt – und ob sie das halten können, was der erste Teil verspricht. Das Ende des ersten Teils ist noch dazu recht offen und lässt mehr erwarten. Vielleicht könnt ihr ja schon bald auf meinem Blog mehr dazu lesen!

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