Rezension: Zu viele Köche

Rezension: Zu viele Köche

Rex Stouts bekannter Detektiv Nero Wolfe ermittelt in einem kuriosen Fall. Als großer Gourmet wurde er zu einem Treffen der fünfzehn besten Köche der Welt gerufen, um die Abschlussrede zu halten. Thema soll die amerikanische Küche sein. Wolfes Assistent Archie freut sich gerade, dass er den übergewichtigen Wolfe erfolgreich in den Zug verfrachtet hat – Wolfe hat ein natürliches Misstrauen gegenüber allem, was sich bewegt – als die mitreisenden Köche Morddrohungen aussprechen. Je mehr Talent es gibt, desto mehr gibt es Rezepte zu stehlen, desto mehr gibt es zu beneiden. Und so wird das große Treffen von einem Mord überschattet…

Dieser Krimi, mein zweiter von Rex Stout, hat Stärken und Schwächen. Der Plott ist interessant, die Charaktere geradezu genial. Ihre Ecken und Kanten, ihr Hass und die Spielchen. Der Konkurrenzkampf zwischen den Köchen. Dann der mysteriöse Mörder, dessen Identität man bis zum Schluss nicht ansatzweise erahnt.

Stück für Stück wird die Geschichte aufgebaut und der Mord rekonstruiert. Eigentlich will Wolfe gar nicht helfen, er will Urlaub machen. Doch der Mörder scheint vor nichts zurückzuschrecken und muss entlarvt werden, bevor noch schlimmeres passiert. Im Mittelteil bekommt das Buch dann Längen, die Handlung dreht sich mehrere Kapitel im Kreis. Doch schließlich, zum großen Finale, überrascht Rex Stout den Leser mit überraschenden Wendungen und lässt zum Schluss die Bombe platzen. Die Krönung von allem, ist dann auf den letzten Seiten zu finden. Das Ganze spielt im Amerika der 30er Jahre und sprüht vor Nostalgie.

Doch was ich nach der Lektüre schade fand, ist der Klappentext. Denn die Formulierung fand ich sehr ungeschickt: in dem Klappentext wird meiner Meinung nach schon zu weit vorgegriffen. Allen, die den Klappentext noch nicht gelesen haben, rate ich, dies nicht zu tun – und den folgenden Part zu überspringen!

Wer ihn schon gelesen hat, dem muss ich sagen: das mit der Wurst sollte er schnell vergessen! Im Klappentext steht, Nero Wolfe würde als Honorar ein geheimes Würstchenrezept fordern. Bei mir (und vielleicht jedem anderen Leser) ruft das die Assoziation hervor, jemand kommt, beauftragt ihn und er verhandelt. Wolfe fordert das Würstchenrezept und löst den Fall. In Wirklichkeit kommt diese Szene aber erst auf den letzten zehn Seiten und bildet den krönenden Abschluss. Eigentlich müsste er unerwartet kommen und hätte dann eine geniale Wirkung. So wird diese Wirkung jedoch zerstört, da man auf die Szene wartet. Kurzum: den Klappentext fand ich nicht so gelungen. Aber das möchte ich nicht in meine Bewertung der gesamten Geschichte mit hineinbringen.

Zu erwähnen ist auch die Apartheid. Das Buch spielt nicht nur vor langer Zeit, sondern ist auch selbst genauso alt. Im Buch kommen sowohl rassistische, als auch Charaktere vor, die gegen die Apartheid sind. Rex Stout selbst nimmt allerdings zu keiner Seite Stellung. Trotzdem ist es auch sinnvoll ein solches Buch gelesen zu haben, gerade wegen solcher Momente.

Kurzum: das Buch ist trotz allem ein äußerst guter Krimi, den ich gerne gelesen habe – und den ich definitiv weiterempfehle!


Meine Rezension zu Nero Wolfe – Es klingelt an der Tür.

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Jasper

Jasper ist Schüler und leidenschaftlicher Leser und Schreiber. Er bloggt als "Jaspers Buchblog" und ist einer von drei Sprechern des "Mühlenhof-Podcast". Als Autor schreibt er in den Genres Fantasy, Thriller und Krimi.

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